Olfen (NRW) –[–> Eine 86-Jährige tot, zwei Frauen (81 und 83) schwer verletzt, wobei die Ältere die ganze Nacht lang um ihr Leben kämpfen musste. Das ist die blutige Bilanz eines Amoklaufs in einem Seniorenheim im Münsterland. Ein 72 Jahre alter Bewohner hatte in der Cafeteria mit einem Messer auf seine Opfer eingestochen.
Kurz nach 19 Uhr am Freitag ging der Notruf ein. Mit einem Großaufgebot eilten Feuerwehr und Polizei zum St. Vitus-Stift. Rettungskräfte landeten gleich mit zwei Hubschraubern in der Parkanlage vor der Einrichtung. Einer der Helis hob kurz darauf mit einer der Verletzten ab und brachte sie in die Uniklinik Münster. Auch die andere Frau kam ins Krankenhaus. Am Samstagmorgen gab ein Polizeisprecher vorsichtige Entwarnung bei der lebensgefährlich verletzten Frau, sie sei vorerst stabilisiert worden. Für die 86-Jährige kam jede Hilfe zu spät, sie starb noch in der Cafeteria.
Amokläufer lässt sich widerstandslos festnehmen
Der Amokläufer ließ sich nach den Messerstichen widerstandslos auf seinem Zimmer festnehmen. Was den Deutschen zu seinem Angriff auf seine drei Mitbewohnerinnen getrieben hat, ist noch völlig unklar. Kernfragen neben dem Motiv: Wie kam der Mann an die Tatwaffe und in welcher Beziehung stand er zu seinen Opfern? Eine Mordkommission ermittelt, der Messerstecher soll in Kürze einem Haftrichter vorgeführt werden.
Zwei Rettungshubschrauber sind vor dem Seniorenheim gelandet
Einer der Helis bringt eine Verletzte in die Uniklinik Münster
Die Polizei hat einen Sichtschutz vor dem Seniorenheim aufgebaut
In dem Seniorenzentrum leben 77 pflegebedürftige Senioren. Es handelt sich um „Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die durch gesundheitliche Beeinträchtigungen der Unterstützung und Pflege bedürfen“. Dem Haus angeschlossen ist ein betreutes Wohnen mit 36 barrierefreien Wohnungen. Es gibt zudem Wohngruppen für Senioren, die an Demenz erkrankt sind. Träger des St. Vitus-Stifts ist die Stadt Olfen.